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Peugeot Tourenrad von 1928

Dieses gut erhaltene Herrenrad von Peugeot stammt laut Rahmennummer wohl ca. aus dem Jahr 1928.

Neben dem emaillierten Firmenschild am Steuerrohr mit dem Peugeot-Löwen findet sich dieser auch im Kettenblatt wieder.

Das Rad ist mit voll funktionsfähigen Gestängebremsen ausgestattet, die von innen in die Felge greifen. Um ein Laufrad auszubauen, müssen daher die Bremsschenkel aus ihrer Führung an den Gabelscheiden bzw. Hinterbaustreben ausgehakt werden - eine simple Lösung, die kein Werkzeug braucht. Das Rad hat daher einen Freilauf ohne Rücktrittbremse.

Ob die Lichtanlage aus dem Herstellungsjahr stammt oder nachgerüstet wurde, lässt sich schwer sagen. Vom Art-Deco-Design der Lampe her stammt sie jedenfalls aus der Zeit. Sie ist funktionsfähig: der Dynamo liefert Strom und im Frontscheinwerfer ist ein Batteriefach, so dass man mittels Schalter Abblend- und Standlicht anwählen kann. Das Rücklicht  leuchtet mit facettiertem echten Glas.

Die Alltagstauglichkeit wird durch einen gefederten Ledersattel, zeitgemäße Schutzbleche mit Spritzschutz, Luftpumpe und Werkzeugtasche komplettiert.

Zu der merkwürdigen Farbe ist zu sagen, dass das Rad mehr oder weniger vollständig durch einen Vorbesitzer entlackt und zum Schutz gegen Rost mit einem matten Klarlack versiegelt wurde. Die Farbe des Originallacks ist an einigen Stellen noch zu sehen und ist am besten mit “celeste” beschrieben, dieses Mintgrün wie man es von Bianchi-Rennrädern kennt. Komplett in dieser Farbe muss es fabrikneu ein echter Hingucker gewesen sein.

Aber auch heute noch macht es Spaß damit zu fahren und es erregt Aufmerksamkeit - besonders auf Veranstaltungen wie den Cyclassics.

Hamburg, 29.09.2015

Dreirad

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Neu in unserer Sammlung ist dieses Dreirad. Gerd schenkte es dem ABC, vielen Dank dafür noch einmal an dieser Stelle! Es ist mittlerweile wieder fahrbereit - dank Anton - und ist in einem Fahrradmuseum im südlichen Schleswig-Holstein deponiert (vielleicht erkennt jemand den Hintergrund …).

Das Rad ist historisch interessant. Es stammt aus DDR-Zeiten und ist ein handwerklich gut gemachter Eigenbau. Das “Thema” des Rades ist: wie ersetze ich mit einem Rad ein Auto und bekomme ein wenig mehr Komfort? Dies resultierte in der entspannten Sitzposition, den Transportmöglichkeiten (für Kind & Kegel), und vermutlich einem Wetterschutz (es gab wohl einen einhängbaren Regenschutz). Auch die Blinkeranlage erinnert an ein Auto. Über den Besitzer ist bislang leider nichts bekannt. Das Rad wurde nach der Wende für einen symbolischen Betrag auf einer bekannten Auktionsbörse im Internet ersteigert. Vielleicht weiß ja zufällig jemand etwas über das markante Gefährt?

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Es macht auf jeden Fall eine Menge Spaß auf dem Rad zu fahren. Wir werden es bei Gelegenheit einmal “ausführen” und für Probefahrten zur Verfügung stellen - beispielsweise im Mai 2016 in Altona auf den nächsten Bicycle Days.

Hamburg, den 6. September 2015 / Lars A.

Peugeot-Tandem

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Dieses Tandem vermachte uns heute Michael, ganz herzlichen Dank dafür! Wir werden es überholen und die Lager fetten, damit auf zukünftigen Club-Ausfahrten auch ein Zweier-Team an den Start gehen kann. Wir freuen uns schon und werden berichten.

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[Edit, 16.9.2015]: Wir haben uns um das Tandem gestern Abend einmal etwas gekümmert.

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Das Rad hat sehr lange gestanden (20 Jahre?) – die Reifen haben sich von alleine aufgelöst.

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Nach der Reinigung strahlen der perlmuttfarbene Lack und die Schutzblecke wieder.

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Einige Decals waren teilweise verdeckt, jetzt können sie sich wieder besser entfalten.

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Das Tandem wird ein echtes Schmuckstück werden und soll bald wieder fahrbereit sein. Wir werden dann noch einmal berichten …

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Pedersen

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Der Däne MikaelPedersen (1855-1929) war auf den Knochen schüttelnden Straßen mit dem Sitzkomfort damaliger Fahrräder nicht gerade zufrieden. Darin dürfte wohl der Antrieb gelegen haben, welcher zu einer eigenwilligen Entwicklung führte. Abweichend von der üblichen Rahmengeometrie baute Pedersen einen Rahmen, der quasi aus aneinander gefügten Dreiecken bestand. Besonders herausragend war die Sattelkonstruktion. Aufgehängt wie eine Hängematte verfügt der Sattel über schwingende und dämpfende Eigenschaften.

Das Rad wurde in England (1893) und in Deutschland (1894) als Patent angemeldet. Die Räder, welche zwischen 1893 und ca. 1920 in Pedersens Wohnort Dursley (Gloucestershire, England) gefertigt wurden, wurden auch Dursley-Pedersens genannt.

Als der dänische Schmied Jesper Sölling  Anfang der 1980er Jahre im Freistaat Christiania die Fertigung aufnahm, wurde er ob seines wirtschaftlichen Erfolges von der etwas speziellen Kopenhagener Gemeinde ‚geächtet‘. Seitdem baut Jesper Sölling die Räder in Ebeltoft.

Seit Mitte der 1980er Jahre baut auch Michael Kemper in Erkelenz Pedersen Fahrräder.

Das Foto zeigt ein Pedersen Tandem mit Holzfelgen. Gaiole, L’Eroica 2013

Hamburg, den 1. März 2015 / Andreas T.

StadtRAD Hamburg - eine ästhetische und philosophische Hetzschrift

Von Lars “Landrad” Amenda

Im Juli 2011 wurde das StadtRAD Hamburg eingeführt und erfreut sich einer ungebrochenen und immer weiter steigenden Beliebtheit bei der Hamburger Bevölkerung und Besucherinnen und Besuchern. Aktuell existieren 131 Leihstationen mit insgesamt 1.650 Rädern, wie einem bekannten Internet-Lexikon zu entnehmen ist. Weitere Stationen sind geplant, nicht zuletzt, weil sich die Standorte in der Innenstadt ballen und in den Außenbezirken deutlicher seltener anzutreffen sind. „Gefühlt“ sind deshalb im Stadtkern auch deutlich mehr Räder unterwegs als es die Ziffer 1.650 vermuten lässt; zwar ist es – noch – keine Invasion der StadtRÄDER, aber es ist wohl nicht ganz falsch zu behaupten, dass die, wie soll ich es sagen, „markanten“ Leihräder das Hamburger Stadtgebiet mittlerweile in gewissem Maße mitprägen. Auch wenn ich persönlich diesbezüglich über keinerlei eigene Erfahrungen verfüge, so liegen die Vorteile und der große Reiz des Ausleihsystems auf der Hand, habe ich mir sagen lassen. Man kann per Smartphone die nächste Radstation ausfindig machen, sich dort einloggen, eine halbe Stunde kostenfrei zum Friseur oder zu einer in der Nähe gelegenen Pommesbude fahren, stellt das dann das rote Gefährt wieder an einer anderen Station ab, um sich dann den eigenen Geschäften, der professionellen Haarpflege oder der mehr oder minder gehobenen Schnellküche zu widmen. Nach der in der Regel kurzen Fahrt mit dem rund 20 Kilogramm schweren Ferrari-roten „Renner“ entledigt sich der User dann ebendiesem wie einem gesichts- und geschichtslosen Einkaufswagen und übergibt ihm seinen weiteren Schicksal in der Station.

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                                                 Das gemeine StadtRAD

So weit, so gut. Pragmatismus mag durchaus seine Berechtigung haben. Ich bin teilweise selbst ein glühender Anhänger pragmatischer Lösungen. So finde ich beispielsweise Bierdosen recht praktisch. Aber: In Bezug auf Fahrräder und das Fahrradfahren kann und darf der Primat des Praktischen nicht der alles bestimmende Faktor sein. Die per eigener Muskelkraft erzeugte Mobilität auf dem Fahrrad ist zwar in der Tat äußerst praktisch, preisgünstig und gesund, wie man mittlerweile überall, etwa in der Apotheken-Rundschau lesen kann; sie ist aber auch ein ästhetischer Gewinn, der seit dem späten 19. Jahrhundert über Jahrzehnte geformt und gefestigt wurde und der das Fahren erst zum vollendeten Genuss macht. Dabei geht es beileibe nicht nur um eine möglichst hohe Effizienz, wie sie Rennmaschinen bereits seit der Zeit um 1900 angestrebt haben. Die Schönheit der Form eines Diamant-Rahmens, die harmonische Einfachheit klassischer Fahrräder erwärmt das Herz des Betrachters und des Fahrers gleichermaßen. Im Idealfall werden der Mensch und die „Maschine“ - das Fahrrad - zu einer Einheit, die um so inniger sein wird, wenn das Rad der Anatomie des Fahrers und der Fahrerin „entgegenkommt“ und deren Muskelkraft möglichst direkt in Bewegung umwandelt.

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Das StadtRAD und andere Fahrradverleihsysteme sieht sich ganz offenkundig nicht in einer ästhetischen Tradition. Im Gegenteil, man hat den Eindruck, dass die StadtRÄDER möglichst unvorteilhaft, um nicht zu sagen: potthässlich aussehen sollen. Sie sind wie viele Automobile unserer Zeit kühle Instrumente der Mobilität und führen zu, ja mir fällt kein passenderer Begriff ein - visueller Umweltbelastung, mehr noch: optischer Umweltverschmutzung. Keine vier Minuten kann der geneigte Hamburger und die verehrte Hamburgerin mehr flanieren, ohne ein  vorbeischleichendes StadtRAD zu sehen und vor allem ertragen zu müssen. Die durch das StadtRAD Hamburg betriebene „McDonaldisierung“ des Radfahrens ist eine Geißel unserer Zeit, macht sie doch die schöne und hehre Idee der Gleichheit zunichte, indem alle Akteure und Profiteure des Leihsystems gleichermaßen unvorteilhaft aussehen.

Doch nicht nur in ästhetischer Perspektive ist das StadtRAD eine Zumutung für den Freund und die Freundin traditioneller Werte und Formen. Wie sieht es denn mit den philosophischen und alltagskulturellen Implikationen und Folgekosten des StadtRAD-Kosums aus? Das StadtRAD ist ein Ding, ein unförmiges und potthässliches Ding, wenn ich mich ausnahmsweise einmal wiederholen darf, das dem Benutzer nicht gehört. Man braucht es nicht pflegen, man braucht die Kette nicht ölen, man braucht eigentlich gar nichts zu machen, außer ein- und ausloggen, vielleicht noch die Höhe des Sattels verstellen, der Rest wird dann heimlich, still und leise von städtischen Bediensteten verrichtet. Doch für welchen Preis! Ohne an dieser Stelle  das Hohelied des Eigentums singen zu wollen, mündet die VerStadtRADisierung des urbanen Raums direkt in der sozialen Verlotterung. Ich kann dies im Übrigen durchaus profund beurteilen, da ich direkt gegenüber einer StadtRad-Station mein Domizil habe. Was wird dort herumgezerrt, minutenlang genestelt, genervt und hasserfüllt um sich geblickt, diejenigen aggressiv gemustert, die sich gerade das letzte StadtRAD gesichert haben. Das lässt sich selbst von dem wortgewandtesten Schriftsteller kaum in Worte fassen. Ich habe sogar schon einen StadtRAD-User beobachten können, der wutentbrannt das unschuldige, unförmige Leihrad mit brutaler Gewalt zu Boden geschleudert hat, weil irgendetwas nicht fuktionierte. Kurzum: das öfffentliche StadtRAD birgt und produziert solch ein Aggressionspotential, das einem angst und bange werden kann. Dies kann nicht im Sinne des  Erfinders sein, der an Mobilität, Mobilität, Mobilität, …, Umweltschutz, Befriedung des öffentlichen Raumes und Förderung der persönlichen Gesundheit gedacht hat und doch nach Abwägung aller Vor- und Nachteile nachgerade das Gegenteil der eigentlichen Ziele erreicht.  
 
Welch starker Kontrast bildet der StadtRADfahrer doch zum begeisterten Fahrradfahrer im Besitz eines innig geliebten Rades. Das Fahrrad dient nicht nur der Fortbewegung von A nach B, die Besitzerin und der Besitzer bauen doch vielmehr eine emotionale Bindung zu ihrem Rad auf. Man war damit auf dem Kiez, im alten Elbtunnel, beim Volksparkstadion, auf dem Mont Ventoux, usw. und verbindet die Erinnerungen daran mit seinem Fahrrad. Dies ist eine Schule der zärtlichen Erinnerungsarbeit, der Demut, der Moral, ein Dienst an der Liebe. Das StadtRAD hingegen ist das genaue Gegenteil, lieblose Uniformität im Namen des Totschlagarguments der Mobilität. Ohne mich. Ich sage „nein“. Und wollte zumindest vor den Gefahren des StadtRADs gewarnt haben …

Hamburg, den 14. Januar 2015

Gazelle ‚Vintage Racer‘

Am Anfang war das Feuer. Und entfacht wurde es durch Anna. Anna ist von der Schweiz aus ans Nordkap, von dort nach Gibraltar und anschließend retour in die Schweiz gefahren. 14.116 km in fünf Monaten. Sie berichtete davon in einem ‚unterwegs‘ Heftchen des Deutschen Jugendherbergswerkes.

Damit war es um mich geschehen. So etwas wollte ich auch. Der Haken an der Sache, ich war erst dreizehn oder vierzehn Jahre alt, als ich dieses Heftchen in die Finger bekam. In den folgenden Jahren entwickelte sich aber alles auf dieses Ziel hin. Die erste dreiwöchige Radtour durch die Niederlande folgte mit fünfzehn und stellte den Auftakt zu zahlreichen Touren dar.

Im Winter 1983/84 wurde es dann allmählich ernst, die Aufregung nahm zu. Den Start für meine große Nordkap-Tour plante ich für Juni 1984, direkt nach der letzten Abitur Prüfung.

In den Wintermonaten verbrachte ich viel Zeit mit dem Studium von Straßenkarten sowie der Zusammenstellung der erforderlichen Ausrüstung. Aber was ist wirklich notwendig, wenn man erstmals zu einer Tour aufbricht, welche über 8.000 Kilometer bis nördlich des Polarkreises führt?

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                                                   Trollstigen 1984

Getreu des Grundsatzes ‚Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum‘, blieb jedenfalls genügend Raum für Abenteuer. Eben die nicht planbaren Ereignisse mit ungewissem Ausgang, die doch letztendlich das Salz in der Suppe des Reisenden darstellen. In diese Kategorie fällt auch das ‚Reservehinterrad‘…smile. Aber das ist eine spezielle Geschichte.

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                                               Polarkreis Norwegen, 1984

Absolut zweifelsfrei war jedoch die Wahl des Arbeitspferdes. Unverwüstliche Robustheit, Leichtigkeit und Leichtlauf waren die angestrebten Eigenschaften. Natürlich fiel die Wahl auf ein Stahlross. Gab es Mitte der achtziger Jahre eh kaum sinnvolle (und bezahlbare (Titan)) Alternativen, so ist Stahl auch heute noch meine bevorzugte Wahl für Fahrräder. Und zwar nicht nur für diesem Einsatzbereich.

Dennoch kostete mich der Rahmen damals gefühlt ein Vermögen. Er basierte allerdings auch auf dem legendären 531er Reynolds Rohrsatz. Erstklassig in Dieren (Niederlande) von Hand gelötet, handelte es sich um eine echte Gazelle. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit der sogenannten ‚Semi Race‘ Geometrie brachte der Rahmen die positiven Eigenschaften von Randonneur- und Rennrad auf eine gemeinsame Spitze und wies auch bepackt ein super Handling auf. Auf diesen Rahmen war ich stolz wie Bolle.

Und er ist bis heute sein Geld wert. Komplettiert habe ich das Rad damals mit folgenden Komponenten :

Naben Campagnolo Record 40-Loch (Tandem)
Felgen Weinmann (konkav)
32mm Drahtreifen
Umwerfer/Schaltung Campagnolo Rally (langer Arm)
Tretlager / Kurbelgarnitur Specialité TA 3-fach 52/42/32
Zahnkranz Regina 6-fach (13-23 oder 25?)
Pedale Campagnolo Grand Sport
Bremsen Weinmann
Vorbau / Lenker 3ttt
Sattelstütze Camapagnolo Grand Sport
Sattel San Marco Concor
Gepäckträger und Lowrider Blackburn

Mit den Gepäckträgern war ich besonders zufrieden. Die Träger hatte ich bereits einige Jahre zuvor von Jim Jennigs aus Colorado erhalten. Wir sind uns mal irgendwo in den Alpen begegnet und einige Tage zusammen geradelt. Sein Rad war mit diesen Trägern ausgestattet und ich fand sie total genial. Da damals Blackburn Produkte in Europa meines Wissens nicht erhältlich waren, war seine Direktimporthilfe absolut großartig.

Letzen Endes war meine Reise Gazelle deutlich teurer als mein erstes Auto. Aber das ist ja auch völlig in Ordnung, sagt der Radreisende…smile.

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                                                   Nordkapp 1984

Unermüdlich hat mich meine Gazelle auf vielen Reisen durch diverse Länder getragen. Unbestreitbare Höhepunkte waren dabei die Nordkap Tour 1984 sowie die Trans Canada Tour 1985 (St.John’s, Newfoundland - Victoria, British Columbia ).

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Mile ‚0‘ St. Johns, Newfoundland, Trans Canada 1985 / Trans Canada 1985

Zuletzt ging es 2001 durch Irland, noch immer mit den originalen Komponenten. In den Jahren danach fristete die Gazelle eher ein Gnadenbrotdasein.

Im Herbst 2012 griffen dann wieder die Flammen nach mir. Zufällig geriet ich in den Funkenflug von Carina Wolfram. Sie berichtete über ihre Teilnahme an der L’Eroica in der Toskana. Sofort loderte es wild in mir. Da will ich hin. Da will ich mitfahren. Teil sein, der Hommage an die Helden der legenden- und ereignisreichen Geschichte des Radsportes, deren Anfänge in den Staub der Schotterstraßen geschrieben wurde. Die Erfüllung der technischen Voraussetzungen für die Teilnahme an der L’Erocia stellte kein Hindernis dar. Stahlrahmen (nicht jünger als von 1987), keine am Lenker verlegten Bremszüge, keine Klickpedale etc. All das erfüllte meine Gazelle aus dem Stand. Es war eine wahre Wonne, sie bis zur kleinsten Lagerkugel zu zerlegen und wieder aufzubauen. Und zwar mit den Originalkomponenten. Es ist schon eine Klasse für sich, wie gut zum Beispiel Campagnolo Konen nach der absolvierten Laufleistung erhalten sind.

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                                                   L’Eroica Toskana 2013

Die größere Schwierigkeit bereitete die Beschaffung eines passenden Wolltrikots. Wobei mit passend weniger die Größe, als vielmehr das Gesamterscheinungsbild gemeint ist. Schließlich fährt das Auge mit. Dank eines bekannten elektronischen Marktlatzes gelang mir jedoch der Erwerb eines absolut passenden Gazelle Trikots. - Auf in die Toskana! Da meine Gazelle es absolut nicht gewohnt war im Kurzstreckenbetrieb eingesetzt zu werden, musste es bei der L’Eroica 2013 natürlich die 205 km Runde sein… Und die hat die niederländische Antilope mit Bravour hinter sich gebracht. Die L’Eroica ist wirklich eine würdige Hommage an die Altvorderen und die weißen Schotterpisten der Toskana. Ein Kurs für Stahlräder und Stahlwaden. Only steel is real.

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                                           Finish, L’Eroica 2013 

L’Eroica Finisher können nur müde über die empfindsamen Seelen der Fahrer von HighTechNASA Rädern lächeln, die lautstarke Proteste vom Zaun brechen, sobald es bei einem Radmarathon mal über nicht gebügelte Straßen geht.

Bei der L’Eroica geht es natürlich ums Radeln, aber auch um entsprechende Räder. Gaiole ist L’Eroica. An den Tagen um das Event gibt es einen fantastischen Teilemarkt mit allerhand Originalitäten und Kuriositäten. Und das trifft sowohl für die Fahrräder, als auch für die Fahrer zu. Fantastisch. Nichts zu kaufen geht eigentlich nicht. Meine fetteste Beute sind ein Paar Schutz’bleche‘ aus Buchenholz von dem alten Meister Ghisallo.

Auf der langen Autofahrt nach Norddeutschland entsteht bereits im Geiste, quasi um die Schutzbleche herum, ein Neuaufbau meiner geschichtsträchtigen Gazelle. Als Reiserad hat sie nun endgültig ausgedient. Inspiriert durch die wunderbaren alten oder auf alt getrimmten Räder in Gaiole, steht mein Entwurf fest, als ich einen Zwischenstopp im Ruhrgebiet einlege. Ich nutze die Gunst der Stunde, zerlege die Gazelle und gebe den Rahmen zum Lackieren bei meinem Lieblingsrahmenbauer Günter Krautscheid ab. Sein neues Leben soll der Rahmen in British Racing Green beginnen. Mit einer gekonnten nass-in-nass Lackierung (erst schwarz, dann giftgrün) wird ein in höchstem Maße zufriedenstellender Oberflächenglanz erzielt.

Über den Winter komplettiere ich den Rahmen mit den folgenden Komponenten.

Vorbau, Lenker Cinelli
Lenker Walker Bar, Soma
Bremsen Tektro R559 (nicht stilecht, bremsen aber deutlich besser als die alten Weinmänner)
Bremsgriffe Tektro RX4.1
Lenkerband Leder, Brooks
Steuersatz Campagnolo Record
Sattelstütze Campagnolo
Sattel Brooks Swift
Naben Primato Pista fix, Miché
Felgen Mavic Open Pro
Drahtreifen Continental Super Sport Plus, 28mm
Kurbelgarnitur 1 1/8“ Primato Pista, Miché
Ritzel Edelstahl, Phil Wood
Kette 1 1/8“ Izumi, vernickelt (läuft super präzise, längt sich kaum, in der vernickelten Ausführung gut witterungsbeständig)

Das Resultat der Tüftelei und Schrauberei ist auf den Fotos zu sehen.

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                                                 Vintage Gazelle 2014

Für mich ist das Ergebnis ein ganz Besonderes. Die Geschichte des Rahmens ist untrennbar mit meiner persönlichen Geschichte verwoben. Und reflektiert nun im Stil eines Vintage Racers ein wenig auch die Geschichte des Radsportes.

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                                                 Kieler Tweed Run Trim 2014

Ich muss zugeben, dass die Vintage Gazelle nicht bei nassem Wetter zum Einsatz kommt. Dennoch ist sie kein Museumsstück. Neben speziellen Veranstaltungen (z.B. Tweed Run) muss sie im Sommer auch für die eine oder andere sportliche Ausfahrt herhalten. Dafür wird vorher ein 16er Ritzel montiert und mit einer 100er Trittfrequenz bleibt im hügeligen Schleswig-Holstein auch manch ein High-Tech-Bolide achteraus. Und dann ist es wieder da, dieses Feuer….

Links
http://www.grisocomodo.de/gazelle-l-eroica.html
http://www.grisocomodo.de/gazelle-vintage.html
http://www.grisocomodo.de/l-eroica-2013.html

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Hamburg, den 1. Januar 2014 / Andreas T.

Bauer Damenrad (Mitte 1960er)

Dieses charmante, kleine Damenrad von Bauer aus der Mitte der 1960er Jahre vermachte uns kürzlich Miriam. Tausend Dank noch einmal dafür, Miriam! Wir nehmen es gerne in unsere im Aufbau befindliche Sammlung historischer Fahrräder auf. Das Rad ist bis auf die Rückleuchte und die Reifen im Originalzustand, hat 26-Zoll-Laufräder, einen Lederimitat-Sattel, schmale Lenkergriffe und eine schöne blaue Farbe.

Wir werden es demnächst einmal gründlich putzen und fetten, damit es in Zukunft wieder durch unsere Stadt rollen kann.

Hamburg, den 25. Dezember 2014 / Lars A.

SIF Standard Randonneur (frühe 1960er)

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Auf Ebay Frankreich habe ich vor einem Jahr dieses Rad günstig erstanden. Bereits nach zwei Tagen wurde es per Post angeliefert. Die wenig bekannte Marke „SIF“ steht für Simon Industries Frères, benannt nach dem Produzenten Fernand Simon. Es ist ein einfaches, aber robustes Modell.

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Die Farbe ist etwas „speziell“ - bei Magenverstimmungen ist von einem Anblick abzuraten, bei Sonnenschein leuchtet das Rad allerdings sehr schön und kraftvoll.

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Alle Verschleißteile befanden sich in einem sehr guten Zustand. Das Rad ist original, bis auf:
- die Luftpumpe, die den Transport nicht  überlebte  
- den Originalsattel, der nicht wiederbelebt werden konnte
- die Klingel, die zu verrostet war
- Haken und Riemen, die ergänzt wurden

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Restauraurierungsumfang:

- das Rad wurde komplett zerlegt
- Rahmen und Gepäcktäger wurden gereinigt und mit Owatrol behandelt
- sämtliche Lager, Schaltwerk, Umwerfer und Bremsen habe ich zerlegt, gereinigt und neu geschmiert
- alle Chromteile wurden mit Drahtbürsten und Stahlwolle  entrostet und poliert
- alle Aluteile wurden ebenfalls poliert
- die Laufräder habe ich zentriert
- eine Pedalachse wurde gerichtet
- Schutzbleche wurden ausgebeult
- zwei Nieten am Sattel wurden ersetzt
- einen Bremszug, die Kette und Kurbelkeile habe ich erneuert

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Ausstattung:
- Schaltwerk und Hebelumwerfer: Simplex
- Bremsen: Mafac Cantilever
- Kurbeln: Solida
- Pedale: Lyotard
- Pedalhaken: Lapize
- Radnaben: Sifpres
- Felgen: Samir-Saminox
- Reifen: Michelin 650B Semi-Comfort
- Beleuchtung: Self Super
- Sattel: TB Racer

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Die Reifen sind größtenteils immer noch mit südfranzösischer Luft gefüllt!  
 

Hamburg, den 18. November 2014 / Basti

„Elfe“ Halbrenner

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An einem kalten Januartag stöberte ich mal wieder auf Ebay Kleinanzeigen nach Fahrrädern. Nicht, dass ich wirklich noch eines gebraucht hätte, aber man weiß ja nie, was einem begegnet…… Tatsächlich stolperte ich über eine Anzeige: Älteres Herrenrad, Marke Elfe, blau …….

„Elfe“?? Bemerkenswerter Name für ein Fahrrad, das machte mich neugierig. Ich rief an und konnte das Rad am selben Tag besichtigen. Also auf nach Quickborn. Was für ein hässliches Entlein stand da im Vorgarten! Total verbaut, viel Rost und der Lackierung sah man die Jahrzehnte rüdesten Alltagseinsatzes an. Aber dieser wunderbare Name in verschnörkelter Schrift und die schöne stahlblaue Rahmenfarbe! Die Lager hatten kein Spiel und der Rahmen war nicht verzogen. Das Entlein hatte Potential und nach zähen Verhandlungen war das „Elfe“ dann für 53,50 € mein.

Wie alt der Rahmen genau ist (wohl 40er bis frühe 60er Jahre) oder Hinweise über die Marke konnte ich noch nicht herausbekommen. Laut Steuerkopfschild – mit einer tanzenden Elfe! - ein Berliner Händler.

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Ziemlich schnell hatte ich dann die Idee, die schlafende Schönheit in einen Halbrenner zu verwandeln.

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Nach gründlicher Reinigung und Behandlung mit Owatrol habe ich bisher folgende Umbauten vorgenommen:

Die Laufräder neueren Datums tauschte ich gegen 60er Jahre Stahlfelgen mit einer 62er Torpedo 3-Gang Nabe hinten.

Neue Bereifung: Schwarze Continentalmäntel ohne Reflektorstreifen.

Alte Frontlampe vorn und klassisches 50er Jahre Rücklicht nebst altem Reflektor hinten.

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Ein brauner Brooks ersetzt nun den ursprünglich vorhandenen modernen Gelsattel.

Den schönen alten Vorbau bekam ich von Nico.

Zuletzt habe ich den großartigen Soma „Lauterwasser“, Leihgabe von Lars, verbaut. Der sieht richtig klasse aus an dem Rad, den geb ich nicht wieder her.

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Und als Nächstes? Andere, ältere Bremse - Lenkergriffe/Lenkerband – Sportpedale – größeres Kettenblatt – eleganteres Rücklicht – Gabelbrücke abschleifen - Dynamo….

Das Elfe wird sich weiter verändern, dies ist noch lange nicht der Endzustand.

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Hamburg, den 5. November 2014 / Michael

Woodrup wird weiter restauriert

Seit Mai gab es in der Werkstatt viel zu tun, da meine Söhne ihre Seifenkiste fertig haben wollten!!!!!

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Und so rückte das Woodrup leider etwas nach hinten.

Nun geht es aber weiter…..

Der Rahmen nach ausgiebiger Schleifarbeit

Grundiert und gefüllert sieht es dann schon ganz anders aus.

Eine ausrangierte Gabel dient als drehbarer Lackierständer :-).

3 dünne Schichten in frischem Lindgrün, ach ist das herrlich…

Natürlich müssen solche schönen Muffen farblich abgesetzt werden.

Die originalen Wasser-Abziehbilder fanden sich auch noch,

danke für “die Schriftzüge” Ulrich, jetzt wird wieder ein Rad draus.

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Zuerst wollte ich die Wasserabziehbilder mit Klarlack überziehen, leider hatte der Klarlack was dagegen und löste die Abziehbilder an. Zum Glück hatte ich das vorher getestet, sonst hätte ich mich geärgert……..

Ich hatte mich schon gewundert, warum bei älteren Woodrups die Abziehbilder nicht unter Klarlack liegen, nun weiss ich ja warum.

Also wurde der Rahmen zuerst mit 2 Schichten Klarlack lackiert, dann kamen die Wasserabziehbilder drauf.

Zuerst war ich mir unsicher, ob die Farbkombination passt, aber jetzt finde ich das richtig gut. Hat evtl. noch jemand von euch “Reynolds 531 ST” Aufkleber für mich, die fehlen mir noch?

Und noch ein Detailbild von den wunderschönen Muffen, in den nächsten Tagen geht es weiter.

22 Oktober 2014/ Nico T.

Peugeot Grande Tourisme 1981

Eigentlich bin ich ja nicht so der Schrauber … Doch vor einigen Monaten nahm ich ein herrenloses Peugeot Tourenrad an mich, um es für jemanden wieder fahrbereit und nach Möglichkeit wieder schön zu machen. Basti übernahm die “Leitung” in diesem Projekt und führte mich bei der Gelegenheit gleich einmal in grundlegende Dinge ein, wie Tretlager herausnehmen, neu fetten, Laufräder zentrieren, Züge verlegen usw. Herausgekommen ist dabei Folgendes:

In der Gesamtansicht sieht es dann so aus:

Basti hatte die Idee, den Lenker umzudrehen, weshalb das Peugot einen leicht sportlichen Charakter bekam:

Der Ideale-Ledersattel konnte beim ersten Versuch noch nicht gerettet werden, vielleicht wage ich bei Gelegenheit noch einmal einen zweiten Versuch.

Das Rad fährt nun nach vielen Jahren Unterbrechung wieder auf den Straßen Hamburgs und erfreut tagtäglich seine neue Besitzerin. Also hat sich die Arbeit gelohnt und sie hat dazu noch eine Menge Spaß gemacht. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an Basti!

Hamburg, den 27. August 2014 / Lars A.

Windthorst 3-Gang-Sporttourenrad (1950)

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Dieses Fahrrad, ähm, Trauerspiel, befindet sich seit zwei Tagen in meinen bescheidenen Räumlichkeiten. Mag die Ästhetik dieses historischen Fahrrads “ein wenig” auf der Strecke geblieben sein … doch ich habe zu dem Rad eine besondere Beziehung. Mein Vater kaufte es 1950 in einem Fahrradgeschäft in der Holzmühlenstraße und fuhr es im Alltag und auf Touren. Irgendwann vor zehn, fünfzehn Jahren wurde dem auffallenden rosa-kuperfarbenen Rahmen mit einer schwarzen Sprühdose der Garaus gemacht.

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Das Rad ist ein Windthorst - “Windthorst Qualtätsbau” steht auf dem Steuerkopfschild - mit liebevoll gestalteten, verspielten Muffen, Dreigang-Kettenschaltung (original wohl von Cyclo) und Alufelgen. Die Marke Windthorst, über die ich bislang nichts in Erfahrung bringen konnte, war wohl sehr klein und nach dem katholischen Politker Ludwig Windthorst (1812-1891) benannt, dem wichtigsten Gegenspieler Bismarcks im “Kulturkampf” der 1870er Jahre. Windthorsts Konterfei prangt auf dem Steuerkopfschild und dem hinteren Schutzblech.

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Ohne Genaues zu wissen, wage ich einmal die steile These, dass ein katholischer Fahrradhändler und -hersteller mit den Windthorst-Fahrrädern diesem katholischen Protagonisten deutscher Geschichte ein Denkmal setzen wollte. Wer Näheres wissen sollte, bitte melden.

Das Rad soll, falls möglich, von der schwarzen Farbe befreit werden und wieder in einen schönen, möglichst originalgetreuen Zustand versetzt werden. Ich werde beizeiten darüber berichten …

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Hamburg-Altona, den 22. August 2014 / Lars A.

Cycling Book of Maintenance (1938)

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Für den anglophilen Schrauber dürfte vermutlich folgendes Buch von Interesse sein: “Cycling Book of Maintenance“ aus dem Jahr 1938. Vor wenigen Jahren gab es der englische Klassiker-Fahrradladen The Old Bicycle Company in einer kleinen Auflage als Faksimile heraus. Die Qualität des Reprints ist zwar lausig, aber dafür war/ist der Verkaufspreis recht niedrig. Der geneigte deutsche Leser lernt eine Menge englischer Fachbegriffe kennen, so er diese noch nicht in seinen passiven oder gar aktiven Wortschatz integriert haben sollte. Es wird allgemein in die Grundlagen und später auch Feinheiten der Fahrradreparatur und -pflege eingeweiht. „The beginner is given a full, constructive survey; the expert will find it a helpful book of reference.“ (S. xvii)

Funktionsweisen der jeweiligen Teile und ihre Abnutzung werden im Buch auf einfache Weise erläutert, Tipps werden gegeben zur Einstellung des Lenkers, zur Auswahl, Einstellung und Pflege des Sattels, zu Trommel- und Felgenbremsen, Dreigangnaben, Beleuchtung, dem Flicken von Reifen und vielem mehr. Schön ist ist auch die reichlich vorhandene Werbung, etwa von Reynolds (“Relise the added joys of lighter and brighter cycling tours, by ensuring that your next bicycle is built with Reynolds ‚531’ tube and Reynolds Light Alloy Components“, S. vi). Ganz am Ende des Buches wird dann noch einmal auf den Punkt gebracht, was die stetige Pflege und Wartung des eigenen Fahrrades letztendlich bewirken und bezwecken soll: „This book not only tells you how that maintenance may be effected; it also stresses the point that such maintenance pays big dividends in easy, trouble-free hours upon the open road.” (S. 67)

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Cycling Book of Maintenance. An Easy-to-Follow Introduction to the Bicycle, Its Components & Accessoires (1938), Reprint, The Antar Press, 2009.

Hamburg, den 18. August 2014 / Lars A.

Stalen Ros Venlo 2010

Im niederländischen Venlo findet alljährlich ein Markt für klassische Rennräder und Teile statt. Neben dem Markt werden unverkäufliche Räder ausgestellt, von denen wir hier einige zeigen.

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Hamburg, den 14. Juli 2014 / Basti

Der ABC engagiert sich im Stadtteil

Beim jährlichen Fahrrad-Aktionstag der Grundschule Fahrenkrön werden immer helfende Hände gebraucht, um Kinderfahrräder verkehrssicher zu machen. Also wurde kurzerhand die Fahrrad-Werkstatt eingepackt, und auf den Schulhof verlegt!

Kabel flicken, Lenker höher stellen, Ketten spannen, Bremsbeläge erneuern, es gab viel zu tun.

Nach der Reparatur ging es direkt zur technischen Abnahme, so wird die Jugend früh an den TÜV herangeführt :-)

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, mit hoffentlich besserem Wetter.

An dieser Stelle auch “vielen Dank” an die Polizei und die Verkehrswacht für die sehr gute Verkehrserziehung unserer kleinen Radfahrer!

Hamburg, den 2 Juni 2014/ Nico T.

Alles neu macht der Mai... Teil 1

Vor 3 Tagen fand ein schöner englischer Fasttourer von Woodrup den Weg in meine Werkstatt. Sein Vorbesitzer hatte ihn 1980 beim legendären VAUMAX-Händler in Hamburg erworben, fährt jetzt jedoch lieber Klapprad, denn das ist äußert praktisch mit dem HVV zu transportieren!

Die letzten 34 Jahre haben ordentlich Gebrauchsspuren am Rad hinterlassen, aber das schreckt uns ja nicht ab. In nächster Zeit werde ich regelmäßig über den Wiederaufbau an dieser Stelle berichten. Der Startschuss zur Restaurierung ist gefallen, also ab in die Latzhose und los gehts.

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Stumpfer Lack, eingelaufene Ritzel, durchgebremste Felgen, gelängte Kette, usw. usw…. Also erst mal alles zerlegen.

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Kette ab, Pedale runter

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Die Kurbelgarnitur will nach 30 Jahren nur wiederwillig von der Achse.

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Überall wunderschöne Muffen.

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Aus bestem nahtlos gezogenem Renolds 531 ST Rohrsatz gefertigt.

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Leider sind die Felgen durchgebremst und die Speichen durch Korrosion stark angegriffen, hier hilft nur zeitgemäßer Ersatz.

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Langsam aber sicher füllt sich die Werkbank….

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Der fast nackte Rahmen, am Wochenende geht es weiter.

Hamburg, den 07.Mai.2014/ Nico

Impressionen aus der Fahrrad-Garage

Im schönen Finkenwerder direkt hinter dem Deich liegt die kleine Garage von unserem Vereinskameraden Basti. Im Winter darf ausnahmsweise ein alter VW T2-Bus in die Garage, aber eigentlich dient sie zur Ausstellung und Aufbewahrung von schönen Rädern. Hier ein Paar Impressionen für euch.

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Ein traumhaftes “La Perle” Tandem aus Frankreich mit klassischer 650B-Reifengröße. Das geübte Auge des Kenners erkennt sofort die besonderen Naben, die ohne Speichen die Kraft auf die Felge übertragen können…..!

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Adler Sportrad mit Holzfelgen, verstellbarem Vorbau und früher 3 Gang Torpedo Kettenschaltung.

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Also ich persönlich finde die Muffen bei diesem Hetchins etwas zu schlicht… die Briten nannten sie “Fancy Lugs”. Jetzt aber mal im Ernst, das Rad ist ein Traum und an Eleganz kaum zu übertreffen.

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Und hier der extravagante Hinterbau mit geschwungenen Streben.

Beim nächsten Besuch in Bastis kleiner aber feiner Garage mache ich mehr Bilder, versprochen!

Hamburg, den 07. Mai 2014/ Nico

Fahrradimpressionen aus dem Fotostudio

Bei unserem Vereinskameraden Peter Rüßmann werden klassische Fahrräder mit viel Liebe ins rechte Licht gesetzt.

Hier ein Paar Impressionen für euch aus seinem Fotostudio.

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Koga Miyata Gents Pro Luxe aus den frühern 80er Jahren

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Immer noch in einzigartigem Originalzustand

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Gewichtsreduziertes Tretlager, traumhaft!

Nach dieser Grazie nun etwas “Heavy Metal” aus der Schweiz….

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Armeevelo Modell 05 mit original Rahmentasche

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und natürlich darf das eidgenössische Zeughausschild nicht fehlen…

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Die Rahmentasche eignet sich hervorragend zum Picknicken!

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Eine Böni-Trommelbremse verzögerte zusätzlich zum Rücktritt bei steilen Abfahrten.

Vaterland Knabenrad aus den 50er Jahren

Das Scheinwerferglas ist sehr ästhetisch mit einer “Iris” versehen. Damals hat man sich beim Fahrradbau einfach noch mehr Mühe gegeben als heute.

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Standesgemäß mit Schutzblechfigur

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Hier erkennt man sehr schön den niedrigen “Knabenrahmen”

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Klingel mit großem Logo, einfach schick!

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Torpedonabe mit Helm-Öler von 1956

Und so sieht es hinter den Kulissen bei Peters Fahrrad-Shootings aus

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Nochmals vielen Dank an Peter Rüßmann für die einzigartigen Fotos!

Hamburg, 27.April.2014 / Nico Thomas

RESTAURIERUNG OPEL FLITZER VON 1929

Am 24. Oktober 1929 stürzte die Welt in ihre erste Finanzkrise, und mit ihr die Firma Opel. Mitte 1929 lief bei der Adam Opel AG mein Opel Flitzer vom Band, und wurde neu für 150 Reichsmark verkauft. Dann kam die Rezession, und machte aus einem Wert von 150 Mark, unglaubliche 6 Millionen Mark……!


Als ich den Rahmen zum ersten mal sah, war er dick mit blauer Farbe übergetüncht worden und übersät mit Rost und Kratzern. Elf lange Monate hat die Teilesuche gedauert und mich von Thüringen bis nach Schleswig-Holstein geführt, aber am Ende hat es sich doch gelohnt. Nach mehr als 80 Jahren ist der schwarze Flitzer nun endlich wieder mit mir auf der Strasse.

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Nach stundenlangem Schleifen waren endlich die alten Lackschichten runter.

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Die Fa. Norwid hat hier ganze Arbeit geleistet, Gabelschaft mit neu aufgelötetem Gewinde und Lagersitz.

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Mit etwas Glück bekommt man sogar noch die original Schriftschablone, hier nochmals “Vielen Dank“ an Jürgen Nöll aus Rüsselsheim.

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Feingewinde für den Helm-Öler nachschneiden

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Ulrich gibt dem Lenker den letzten Schliff …

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Weltmeister-Nabe, frisch eingespeicht mit Doppeldickend-Speichen

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Zurück in Glanz & Gloria wie einst 1929.

Vater und Sohn freuen sich über das neue/alte Fahrrad

Dank an Peter Rüssmann, den besten Fahrradfotografen aus Hamburg!

Da der Flitzer mit einem Brooks B17 Special ausgerüstet ist, hat er einen Ehrenplatz in der Hall of Fame der Brooks-Website gefunden.

Hamburg, 8. April 2014 / Nico Thomas

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